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Vollständige Version anzeigen : Nebenwirkungen bei Homöopathika?


Claudi67
02.07.2007, 12:00
Ihr Lieben,

in der Verwandtschaft werde ich immer wieder davon gewarnt, Homöopathika einzunehmen, weil es doch zu teils starken Nebenwirkungen kommen könnte. (Ein befreundeter Kinderarzt rät meiner Schwester immer wieder davon ab, weil er schon einige “schwere Reaktionen” in seiner Praxis erlebt habe, die von H. verursacht worden seien…)

Ich habe selbst noch nie etwas gemerkt, dabei reagiere ich normalerweise sehr empfindlich auf diverse Zusatzstoffe, Pollen oder Kräuter.
Dagegen habe ich bei herkömmlichen Medikamenten schon oft heftige Nebenwirkungen gehabt, einmal sogar einen Schock - und meide deshalb immer mehr die Chemie, bin auch aus diesem Grund zur Homöopathie und zur Naturheilkunde gekommen.

Leider kenne ich mich nicht so gut aus, um überzeugend zurück zu argumentieren, dass man Homöopathika unbesorgt auch als Laie nehmen kann. Ich empfinde die Sache mit den Kindern immer regelrecht als “Totschlagargument”, weil ich auf die Schnelle nicht das Gegenteil beweisen kann.

Deshalb die Frage - können auch H. Nebenwirkungen haben (und wenn ja, wie unterscheidet man sie von der Erstverschlimmerung)?

Liebe Grüße
Claudia

Biggi
02.07.2007, 13:16
Liebe Claudia,

ich finde es wichtig, dass man verstehen lernt,
wie homöopathische Arzneien wirken,
und woran man dies erkennt.

Tatsächlich habe ich im Buch dazu weit ausgeholt,
um das zu erklären.

Hier in Kürze:

Homöopathische Arzneien haben keine "Nebenwirkungen".

Vielmehr werden diese Arzneien so derartig gut "geprüft",
dass man nicht nur eine Wirkung einer Arznei kennt,
sondern möglichst alles, was sie bewirken können.
Alle Wirkungen, die ein MIttel zeigen kann,
nimmt man zusammen in das "Arzneimittelbild".

In der homöopathischen Mittelwahl ist es das Ziel,
dass die Gesamtheit aller Symptpme,
die ein Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt hat,
sich mit den Wirkungen, die allesamt das Arzneimittelbild ausmachen,
deckt.

Bei einem Medikament gegen Kopfschmerzen ist das anders.
Es betäubt.
und alles, was es sonst noch im Körper anstellt,
das nennt die Medizin "Nebenwirkung".
Wobei die Liste dieser Nebenwirkungen häufig länger ist,
als die Liste der Wirkungen.
Hier schaut man nur, ob der Kopf betäubt ist.
Dass man sich dabei die Nieren ruinieren kann,
dass legt man lapidar unter Nebenwirkungen ab.

das mal dazu.

Schädlich wird ein Homöopathikum nicht sein.

Denn hier liegt ein gänzlich anderes Prinzip zugrunde.

Eine homöopathische Arznei wirkt (Ausnahme Urtinkturen, und einige Tiefpotenzen) nicht direkt auf den Körper,
sondern sie sendet ihm einen Heilreiz,
auf den er dann reagiert: Mit einer Heilreaktion.

Eine Heilreaktion kann nicht schädlich sein.

Schauen wir uns nun an, was passiert, wenn ich ein falsches Mittel
auswähle ja ?
Dann provoziere ich eine Heilreaktion,
die der Körper vielleicht gar nicht benötigt.
Der mag dann gerade seine Schleimhäute auf Hochtouren fahren,
obwohl er das von sich aus gar nicht vorhatte,
oder für nötig befunden hatte.
Wenn die Heilreaktion dann aufhört,
dann habe ich einen "Hauptwaschgang" der Schleimhäte hinter mir.
Das ist unkomfortabel.
Aber nicht schädlich.
Denn immer hat der Körper ja sozusagen die Chance,
selbst zu entscheiden, ob und wie er auf ein Mittel reagiert.
Und : er reagiert mit seinen eigenen Mechanismen,
die er sonst zur Gesunderhaltung auch einsetzen würde.

Wenn es nun zu "heftigen Reaktionen" kommen sollte,
was kann das bitte bedeuten?

Nichts anderes, als dass ich hinterher immer noch gesünder bin, als vorher.

Wer also ein Kenner der Homöopathie ist,
der würde, denke ich,
nicht behaupten, dass sie gefährlich ist.

Für die Laienhomöopathie, für die wir uns hier gerade stark machen,
gelten Grenzen der Selbstanwendung,
die wir hier sanft immer wieder aufzeigen.

Auch sind nicht alle MIttel für die Selbstanwendung geeignet,
und wir sind daher bemüht,
die geeigneten Mittel hier nach und nach zusammen zustellen.

Ich belass es erst einmal dabei,
fragt gerne nach, wenn noch Fragen offen sind.

Lieber Gruss

Biggi

Claudi67
17.04.2008, 14:31
Liebe Biggi,

entschuldige bitte, ich habe gerade gesehen,
dass ich mich für Deine Antwort noch gar nicht bedankt hatte! :eek: :(

Keine Ahnung, warum.
Gelesen hab ich sie damals mehrfach.

Also, mit Riesenverspätung
vielen Dank nochmals für deine ausführlichen Zeilen!

Liebe Grüße
Claudia