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Vollständige Version anzeigen : Erste Hilfe nach Kiefer-OP


Anja
29.06.2007, 12:29
Ihr Lieben,

schön, dass es dieses Forum gibt. Vielen Dank dafür!!
Ich habe gleich eine Frage aus aktuellem Anlass:

Mein Vater hatte gestern eine 3-Stündige Kiefer-OP. Der Kiefer wurde aufgeschnitten, um einen Eiterherd zu entfernen, dabei wurde gleich ein Weisheitszahn mit entfernt. Die OP gestaltete sich schwieriger und länger als erwartet. Nun geht es ihm ziemlich besch... Alles ist zugeschwollen und die Wunde blutet sehr stark. Er bekommt starke Schmerztabletten. Vor und nach der OP hat er Arnika C 30 genommen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass die C 30 vielleicht zu schwach ist? Hat jemand noch eine Idee?

Vielen Dank und liebe Grüße,
Anja

claudia
29.06.2007, 12:49
Liebe Anja,

hat Arnica denn gewirkt?
Wenn ein Mittel wirkt, und die Wirkung lässt nach, kann man es wiederholen.
Ich hatte mal bei einem akuten Zahngeschehen (Kiefervereiterung) Arnica 3-5 mal täglich genommen.

Was ist denn mit Staphisagria, wegen der Schnittverletzung?

Liebe Grüsse und gute Besserung für deinen Papa,

Claudia

Biggi
29.06.2007, 20:00
Hallo, liebe Anja,

nein, die C 30 ist nicht zu schwach.

Was wir von den homöopathischen Arzneien erwarten können, ist,
dass Heilungsverläufe unkompliziert und beschleunigt ablaufen.

Wir können den Heilungsverlauf aber nicht "abschaffen".

So eine Operation ist ein respektabler Eingriff,
und geht sicherlich über das "gewöhnliche Zähneziehen" hinaus.

Und nun muss der Körper den Eingriff verkraften,
dann die Wunden allmählich wieder schließen.
Das kann er übrigens ab einer gewissen intensität ohne
eine Schwellung nicht schaffen.
Er muss die Geföße weitstellen, damit er abgestorbenes Gewebe
zunächst finden, und dann abtransportieren kann.

So kann es sein, dass die Schwellung morgen noch mal zunimmt,
und dann ist der Körper allmählich übern Berg.

Man kann nun noch die Narkosemittel ausleiten, mit Nux vomica höchstwahrscheinlich.

Man kann auch den verletzten Knochen noch unterstützen,
mit Symphytum sehr tief oder Urtinktur.

Man kann die verletzten und iriitierten peripheren Nerven unterstützen,
gut mit Hypericum sehr tief oder Urtinktur.

Man kann die Folgen der Verletzung unterstützen, beispielsweise mit
Staphisagria oder Ledum.

Man kann die Verletzung der weichen Teile unterstützen sowie die Resorbtion
der kleinen Einblutungen mit einer widerholten gabe Arnica.

Für eine gewisse Zeit, nämlich bis zum Schließen der wunden kann man auch an die granulationsfördernde Calendula D 2 denken.


Tja, was macht man da nun zuerst?

Wäre ich selbst betroffen,
dann würde ich auf jeden Fall die Entgiftung ankurbeln,
dann eine Ledum hinzugeben,
und dann die jeweiligen auftretenden Symptome,
die der Körper mir zeigt, direkt homöopathisch beantworten.

Das sähe dann ungefähr so aus:
Wenn ich das Gefühl hätte, die Nerven spielen verrückt,
dann würde ihc mit Hypericum antworten.

Wenn ich das gefühl hätte, der Knochen dröhnt noch,
dann antwortete ich mit Symphytum.

Und so weiter.

Abschließen würde ich das ganze nochmal mit Nux vomica,
denn vermutlich wird er die Schmerzmittel noch ein Weilchen benötigen.

Dies sind die Mittel, die nach einer Operation ganz groß in Frage
kommen.

Ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen.


Lieber Gruss

Biggi

Anja
30.06.2007, 10:10
Liebe Biggi,

ganz herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort, die ich gerne weitergebe!!

Ich nehme an mit "Entgiftung ankurbeln" meinst du die Nux? Wäre das die C30?

Viele Grüße und nochmals DANKE!

Anja

Anja
30.06.2007, 10:21
Liebe Claudia,

auch dir vielen Dank für deine Antwort und die Besserungswünsche!
Ich denke, die Arnika wirkt in solchen Fällen immer und da es meinem Vater gestern Abend auch schon besser ging, bestärkt mich das in dieser Annahme.

So ein Eingriff ist, glaube ich, immer auch ein traumatisches Erlebnis. Die OP war für eine Stunde angesetzt und hat dann 3 Stunden gedauert... Angst und ein Gefühl des Ausgeliefertseins spielen eine Rolle und das formuliert er auch.

Ich denke, Biggis Mittelempfehlung kann auch hierauf heilend wirken.

Viele Grüße,
Anja

Biggi
30.06.2007, 10:51
Hallo Anja,


wenn Angst im Spiel war, kann man immer mal an Aconitum denken.

Darauf folgt wunderbar Opium.


Beide in mittlerer Potenz, C 30 beispielsweise.


LIeber Gruss

Biggi

Monika
30.06.2007, 15:09
Hallo liebe Biggi,
habe deinen Beitrag gelesen u. ich danke dir. Mein Mann hat inzwischen seine Homöopathin erreicht, diese hat ihm Staphisagria C30 verordnet. Inzwischen hat sich am linken Mundwinkel ein Eiterherd gebildet. Morgen muss er sich wieder melden. Arnica soll er jetzt nicht mehr nehmen. Die Ausleitung mit Nux finde ich auch sehr wichtig, diesbezüglich hat sie sich aber nicht geäußert. Werde sie aber morgen daraufhin ansprechen.
Nochmals vielen Dank u. liebe Grüße
Monika

Anja
30.06.2007, 15:39
Liebe Biggi,

nur zum Verständnis: Monika ist meine Mama ;).

Liebe Grüße,
Anja